Klima-Check für die Kunst – Hygrothermische Simulation
Die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt (KST) betreut an mehreren historischen Standorten im Bundesland ein breites Spektrum musealer Sammlungen. Mit dem geplanten Zentraldepot Halle schafft die Kulturstiftung einen Neubau für die zentrale Lagerung, Erhaltung und Restaurierung unterschiedlichster Kunstgüter. Darunter großformatige Skulpturen, Malerei und Grafiken. Das neue Zentraldepot ermöglicht eine fachgerechte und nachhaltige Lagerung der Sammlungen. Für diese Depoträume gelten besondere Klimaparameter, die dauerhaft eingehalten werden müssen, damit die Kunstgegenstände keinen Schaden nehmen – das sogenannte „Depot-Universalklima“.

Um eine optimale und langfristige Lagerung der Kunst- und Kulturgüter zu gewährleisten, analysieren wir mittels Hygrothermischer Raumsimulation den Energiebedarf zur Einhaltung der vorgegebenen Temperatur- und Feuchteparameter. Die raumklimatischen Anforderungen in den Depoträumen liegt je nach Nutzungsanforderung und Depotlagergut im Bereich von 16 bis 22 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 45 % bis 55 % in zusätzlich vorgegebenen Toleranzgrenzen.

Wir von Graner Ingenieure planen mit Blick auf eine langfristige Sicherheit und Klimastabilität. Die Simulation nutzt Zukunftsklimadaten, die auf regionalen Klimamodellen basieren, und prüft so die langfristige Funktionstüchtigkeit des Gebäudes. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass ein rein passives Gebäude ohne Beheizung oder Klimatisierung im Sommer zu hohe Luftfeuchte und im Winter zu niedrige Temperaturen aufweist. Erst das präzise Zusammenspiel einer energieeffizienten Gebäudehülle im Passivhausstandard, einer thermisch trägen Massivbauweise und einer effizienten Anlagentechnik ermöglicht die dauerhaft sichere Lagerung der wertvollen Exponate.
Durch die Simulation konnten wir den Energiebedarf im Rahmen von Variantenuntersuchungen gezielt optimieren und den Kühlbedarf erheblich reduzieren. Die hygrothermische Raumsimulation stärkt in komplexen Projektanforderungen unsere Planungskompetenz und erweitert die Optimierungsmöglichkeiten im Projekt und liefert dem Bauherrn und den Planungsbeteiligten belastbare Entscheidungsgrundlagen für nachhaltige Gebäude.

